Werkstatt

Mein Schreibjahr 2014

Nachdem ich fünf Anfänge geschrieben habe und alle blöd waren, überspringen wir mal den lautmalerischen Teil zum Wetter und kommen gleich zum Eigentlichen: Das Jahr ist um und es ist Zeit für einen schreiberischen Rückblick. (Genau, an allen Ecken fallen sie traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr vom Himmel.)

Nun, wenn ich Statistiken jenseits des NaNos führen würde, könnte ich jetzt ein paar Zahlen präsentieren (als wären Zahlen so viel aussagekräftiger), da dem aber nicht so ist — Glück gehabt. Alle anderen jedenfalls. Bei mir habe ich nicht so das Gefühl.
Auch 2014 habe ich es nicht geschafft, Leben und Schreiben — bzw. eher Brotarbeit und Schreiben — unter einen Hut zu kriegen. Jetzt könnte ich natürlich auf die pöse Arbeit zeigen, aber im Grunde lag es auch nur an mir, wenn ich mich eher dazu entschied, mich zu entspannen oder zu vergnügen als zu schreiben. Das heißt jetzt nicht unbedingt, dass Schreiben kein Vergnügen ist …
Wenn ich es mir recht überlege, heißt es das doch. Erschreckend und traurig zugleich. Die Magie ist weg und alles läuft zäher als heißer Teer. Jetzt ist das nicht unbedingt neu für mich, eigentlich geht es mir schon seit einigen Jahren so. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, wann es anders gewesen sein sollte (vll. vor zehn Jahren mit jugendlichem Eifer und frei von Schreibtheorie). Jetzt bin ich daher mal wieder versucht, einfach alles an den Nagel zu hängen. Aber ich kenne mich. Das dauert keine fünf gelesenen Bücher und ich will wieder schreiben. Will es besser machen als andere.

Momentan drängt es mich daher, mal etwas frei von phantastischen Genren zu schreiben (was nicht unbedingt heißt, dass die Geschichten frei von fantastischen Elementen sein sollen). Oder etwas, das mehr in der Zukunft liegt als in der Vergangenheit.
Wenn ich mir meine Projekte so angucke, die 2014 dazu gekommen sind, ist die Neugier, mir unsere Zukunft zu erschreiben, etwas, das mich bereits seit Anfang des Jahres gepackt hat. Auch während des NaNos hatte ich schließlich die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Projekten, die sich alle irgendwie mit Zeit oder Zeitreisen auseinander setzen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, bei dem Thema zu bleiben, so als zusätzliches Erkennungsmerkmal neben der Tatsache, dass ich meine Geschichten gerne dicht und düster stricke.

Ziemlich dunkel sieht auch mein Wordcount für 2014 aus. Da ich aber, wie gesagt, keine Statistiken führe, habe ich keine genauen Zahlen als die NaNo-Zahlen. Aber wenn ich mir die so angucke, habe ich über den Daumen gepeilt sicherlich nicht mehr als 20k bis 25k Wörter Prosatext fabriziert. Etwas zu wenig dafür, dass mir Schreiben wichtig ist.
Das erinnert mich auch daran, dass mich meine Mutter vor einigen Wochen mal gefragt hat, ob ich denn überhaupt noch schreibe. Was mich einerseits natürlich freute, andererseits aber auch traurig machte als ich zugeben musste, dass ich es nicht in dem Umfang tun kann wie ich es gerne hätte.

Alles in allem war 2014 schreiberisch nicht der Burner und auch im Privaten hielt es sich in Grenzen. Ich bin in der Schule etwas schlechter geworden, weil ich die Sache mit den Noten entspannter sehe bzw. mich auch einiges langweilt (und Schule einfach doof ist, weil ich nicht zu Hause bin, viel pendeln muss und die Aufstehzeiten einfach nur sehr bescheiden sind). Außerdem ist meine Arbeit auch recht alltäglich und ich gehe gefühlt einfach viel zu viele Tage 9h … Aber gut, was will ich machen. Lehrjahre sind keine Herrenjahre und wenn ich nicht übernommen werde, sehe ich erstmal ziemlich alt aus.

Wir werden sehen wie sich 2015 entwickelt, es steht einiges an und ich habe mir auch einiges mal wieder vorgenommen. :) Bis dahin genieße ich noch die restlichen Tage von 2014, frei vom Schreiben. (Habe ich mir jedenfalls vorgenommen …)

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