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NaNo13: Was bleibt

Phu, war das knapp geworden im November.
Aber ersteinmal zusammen gefasst, mit was ich an den Start ging: drei Projekte, null Plot und eine ganze Menge Optimismus und Selbstvertrauen. Geblieben ist mir am Ende nur die Hoffnung und der Rausch vom Schreiben.

Es ist mittlerweile zu lange her, um noch alles zusammen zu kriegen, was ich im November fühlte. Aber ich weiß noch, dass es eine ziemlich krasse Achterbahnfahrt war.
Nachdem ich anfangs ziemlich gut durchgestartet war mit allen drei Projekten und sie alle drei doch irgendwie gehändelt bekam, schlug das RL zu. Abends hing ich nur noch wie ein Schluck Wasser auf der Couch und konnte mich nicht wirklich aufraffen zu schreiben. Ich kreuchte also vor mich hin, bis mein Urlaub kam und ich alles auf eine Karte setzte.
Am 24ten November lag ich bei 18.516 Wörtern (mit meinem Hauptaccount Yaya). Das waren gut und gerne ein Rückstand von 28.484… und ein zu schreibender Tagesdurchschnitt von 5.248 Wörtern. Wenn ich daran denke, dass ich 2011 mir meinen Sieg knapp mit einer 7ker Runde erschrieb, war das ein schweres Unterfangen. Mir war sogleich klar, dass ich das nur schaffen konnte, wenn ich meine anderen zwei Geschichten fallen ließ. Nicht zuletzt sah es bei den beiden noch katastrophaler aus.
Aber natürlich musste ich mich an das Tagespensum auch heran schreiben. Es kristallisierte sich allerdings heraus, dass viel schreiben bei mir weniger ein Problem der körperlichen Fitness ist (tatsächlich hatte ich erst am letzten Tag wirklich Schmerzen in Ellenbogen und Unterarm) als meines Einfallsreichtums. Ich musste anfangen, mir nebenbei und zwischendurch Notizen zu machen, was der nächste logische Schritt wäre, sowohl innerhalb der Szene als auch im Großen und Ganzen. Schließlich war ich so schlau gewesen, mich von einer „einfachen“ Fantasygeschichte in einen Fantasy-Krimi zu schreiben, bei dem der Nebencharakter auch noch interessanter war als meine Protagonistin.
So kam es auch wie es kommen musste und ich schrieb mich in eine Geschichte, die ich nicht händeln konnte — einfach weil mir die Erfahrung im Aufbau von Krimis fehlt (und ich vll. im Ausdenken dessen auch zu doof dazu bin) und ließ irgendwann los, etwas Vernünftiges zu produzieren und ließ meinen Figuren freie Hand. So kam es, dass sich der schnucklige Sidekick als Bösewicht entpuppte und meine Protagonisten beinahe von einem Krokodil gefressen wurde (das in künstlich angelegten Katakomben unter einer Nervenklinik lebt… in Frankreich, ja ja).
Ich denke, wenn ich mir die Mühe machte und das Manuskript auf Perlen durchsuchte, fände ich sicherlich etwas. Aber die Ernüchterung, dass das alles furchtbarer Bockmist ist, den ich da zusammen geschrieben habe, hält mich davon ab. So wie sich die Geschichte entwickelte, ist es nichts, das ich nochmals aufgreifen und weiter bearbeiten kann. Einfach, weil ich keinen Krimi schreiben wollte und es sicher noch Jahre, oder Jahrzente, dauern wird bis ich das tue. Ich wollte einen Fantasy-Thriller schreiben, mit Jägern und Gejagten, zwar auch mit Toten, aber nicht mit polizeilichen Ermittlungen.
Was ich nun mit dem ganzen Haufen an Wörtern machen werde, weiß ich noch nicht. Vermutlich wird er sein friedliches Grab auf einem Datenträger finden.

Ein Gutes hat die Sache allerdings, oder sogar zwei. Während meines Urlaubs war ich allein zu Hause und konnte mich in einen Rausch nach dem anderen schreiben. Zwischendurch war mein Schlafrythmus dermaßen verschoben, dass ich vll. nur 2h Sonnenlicht tanken konnte bevor ich wieder im Dunkeln weiter schrieb. Ich kann die Vorkommnisse während dieser Tage zwar in eine Reihenfolge bringen, sofern ich mich daran erinnere, aber was dabei an welchem Tag geschah, entzieht sich meinen Fähigkeiten, es verschwimmt alles zu sehr. Da das kein Dauerzustand geworden ist, ist es eine Erfahrung, die ich unter lehrreich verbuche und erinnere mich positiv an die vielen Räusche.
Die andere Sache ist, dass ich durchgehalten habe und mich von Wort zu Wort an die 50k heran schrieb und es einfach fantastisch war, wenn das größte Problem für mich darin bestand, mir etwas auszudenken damit ich die nächste Stunde mit Wörtern füllen konnte. Mich einmal nur auf diese eine Sache konzentrieren und alles andere vergessen zu können, war großartig. Das war Urlaub für die Seele. (Und mein Rücken hat mich danach tagelang gehasst.)

Für den NaNo 2014 habe ich mir vorgenommen, nur ein Projekt zu schreiben. Ich will zur Abwechslung einmal ausprobieren, dieses Projekt zu beenden und nicht nur 50k Wörter zu tippen und die Sache dann unbeendet liegen zu lassen.
Aber vll. fange ich auch ein zweites Projekt an, so zum Ausgleich… Wir werden sehen. :)

Am Ende mag ich euch noch meine Stats zeigen. Irre sieht das aus. *Kopf schüttelt*

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