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LBM 2013: Samstag — Ein stilles Jubiläum

Zehn Jahre in Folge zur Leipziger Buchmesse. Man könnte meinen, ich könnte viel erzählen, in Erinnerungen schwelgen. Aber was nach einer Dekade bleibt, ist ein doch eher negativer Eindruck.

Mein Augenmerk liegt seit jeher auf der Halle 2 und dort vorallem auf dem Anime/Manga-Bereich. 2004 war dieser Bereich gefühlt nur halb so groß und platzte schon damals aus allen Nähten. Cosplayer wuselten auch damals durch die Halle, wenngleich nicht so viele. Es gab einen Doujinshi-Bereich und genug Platz sich auch mal hinzusetzen und zu entspannen. Alles in allem ein kleiner, feiner Bereich.
2013 nahm nun A/M zusammen mit den Comics ein gutes Drittel der Fläche ein. Eigentlich ganz in meinem Sinne: Nur besteht der A/M-Bereich gefühlt nur noch aus Verkaufsständen, die allerlei Schnickschnack feil bieten. Überteuerte Plüschtiere, überteuerte PVC-Statuen, überteuerte Repliken, überteuerte, alte, dafür jedoch original japanische, Zeitschriften, Hefte, DVDs, etc. pp. Nur gut, dass es in Deutschland auf in Deutschland hergestellte Bücher die Preisbindung gibt. Sonst wären diese ebenso hundertpro völlig überteuert. Und wo war überhaupt der Doujinshi-Markt hin?! Ich hätte gern mal wieder in die Nachwuchsszene investiert. Auch Sitz-/ Ruheplätze waren rar — und die Rollenspielecke gab es auch nicht mehr. Dabei wäre eine Runde Munchkin zur Entspannung ganz gut gewesen.

Richtig heftig negativ sind mir in diesem Jahr die Eintrittspreise aufgefallen. 2004 bezahlte ich (ermäßigt, weil Cosplay) 6 EUR pro Tag. Mein Freund durfte in diesem Jahr 10 EUR als Student bezahlen. Als Buchhändler-Azubi hatte ich eine Libri-Einladung.
Auch als ich Geld auf der Messe abheben wollte (dort zum aller ersten Mal), erlebte ich eine ärgerliche Überraschung. Es gibt, sage und schreibe, tatsächlich einen — in Zahlen: 1 — Sparkassenautomaten… Ja, lasst es wirken. Ich weiß nicht, wie lange ich warten musste, aber ich schätze mal etwas um eine halbe Stunde.

Das Ärgerlichste stand mir jedoch noch bevor. Ich weiß nicht, wer bei der Deutschen Bahn für die Zugplanung zur Zeit der LBM zuständig ist — aber dieser jemand sollte endlich den Posten frei geben. Von Jahr zu Jahr werden es mehr Menschen, die zur LBM wollen. Und von Jahr zu Jahr kriegt es die DB nicht gebacken, genug Züge/Wagons zur Verfügung zu stellen. Die statteten allen Ernstes den 19Uhr-Zug Richtung Dessau mit vier/ fünf Wagons aus, zwar doppelstöckig — aber ich dachte, am Gleis bricht die Panik aus, so drängten sich die Menschen unter Aufschreien in den Zug. Unfassbar. Das Highlight war jedoch der Zug vom Hauptbahnhof nach Dresden gewesen: drei/ vier Wagons. Einstöckig. Diese relativ neuen Regionalbahnen. Durfte ich natürlich eine Stunde auf den nächsten Zug warten. Auch der wieder nur einstöckig und völlig überfüllt.
Dafür waren die LVB Seelenbalsam mit zusätzlichen Straßenbahnen und Shuttlebussen zwischen Messegelände und Hauptbahnhof.

Stimmungsaufhellend in diesem Jahr waren tatsächlich nur die Menschen gewesen, die ich auf der LBM traf. Danke nochmals an Valaé plus Freund (ihr seid so süß zusammen) und mika, dass ich mit euch rumhängen durfte. Es war wirklich schön. Und Danke an Malinche für die Widmungen. Schade, dass wir nicht wirklich miteinander gesprochen haben. (Und schade, dass ich Sprotte nicht sehen konnte.) Oh, und pety: Du Spaßfee! :D Kuddel hätte ich auch gern noch länger gesehen, aber okey. Nächstes Jahr komme ich zum Essen mit! Und vll. sollten wir uns einen zentralen Treffpunkt und -zeit ausmachen. Schließlich waren so viele Zirkler da, aber ich habe nur die Hälfte gesehen, was echt schade ist. Im letzten Jahr hatten wir es besser als wir es uns in der Rollenspielecke gemütlich gemacht hatten.

Was in der Summe übrig bleibt, ist allerdings eben ein schaler Beigeschmack. Wirklich neues habe ich nicht gesehen, vieles war mir bekannt oder uninteressant. Als Leser bot mir die Messe in diesem Jahr daher nichts. Aber auch nur die reine Messe, muss ich sagen. Leipzig liest konnte ich bis dato nicht genießen. (Aber vll. 2014, wenn ich Blockunterricht haben könnte. Das weiß ich noch nicht.)

Ob ich nächstes Jahr nochmal zur LBM gehe, weiß ich nicht. Das hängt davon ab, was für Leute ich dort treffen könnte.

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