NaNoWriMo, Werkstatt

NaNo12: Tag 18 — Das vorletzte WE

Manchmal bin ich selbst überrascht wie leicht ich mich beeinflussen lasse.
Aber vll. liegt es auch daran, dass der November gerade in diesem Jahr unberechenbar ist. Vom Internat habe ich erzählt, das ist ja auch ein Kaliber für sich. Zumindest für den normalsterblichen Schriftsteller, der sich gerne abschottet bei der Arbeit. Das nächste ist die Schule und ein Lehrerstreik und die Folge daraus, dass ich gestern arbeiten durfte. Kein Ding, aber mit Schreiben war nichts mehr. Und heute geht es auch wieder zurück und so auf dem Sprung, da bin ich auch zu hibbelig.
Die andere Sache ist, dass ich mich von Menschen beeinflussen lasse, von denen ich von Angesicht zu Angesicht den wenigsten begegnet bin, deren fachliche Meinung ich aber schätze. Und die dann über meinen Charakter urteilen bevor meine persönliche Situation klar war. Zum einen bin ich natürlich verärgert und blöderweise hält dieser Ärger. Auch, weil ich selbst gern längst wieder NaNo-grün wäre. Zum anderen — und das ist viel schlimmer — bockt der Schriftsteller in mir und jedes Mal, wenn ich meinen Roman öffne, kommen mir die Vorwürfe in den Kopf. Diese Vorwürfe, enttäuscht zu haben.
Dann frage ich mich natürlich wieder, warum ich mir das eigentlich antue. Kein Internet zu haben heißt auch, auf Entzug zu sein. Mehr oder weniger. Um letztlich dem Gefühl zu erliegen, dass einem das Netz nichts bietet. Gut, jetzt ist es nicht so, dass mir die Erkenntnis nicht schon vorher gekommen wäre. Ich nutze das Netz ja letztlich nur für den fachlichen Austausch und die fachliche Weiterbildung. Aber es ist trotzdem seltsam, wie wenig mir dieser Austausch in den letzten Tagen fehlte.
Höre ich auf, Schriftsteller zu sein? Oder ist es viel schlimmer und ich falle in dieses Stadium zurück, in dem einem die Meinungen anderer egal sind und das eigene Ego so groß ist, dass man eigtl. nur der einzig Erleuchtete unter all den Idioten sein kann?
Aber ich zweifle und sind Zweifel letztlich nicht das Zeichen für ein normales Verhältnis zwischen sich und dem Schreiben? (Ob die ständige Zweifelei gesund ist, ist etwas anderes.)
Dieser NaNo ist also wie jeder NaNo: Die Konfrontation mit der eigenen Unzulänglichkeit. Und in diesem NaNo wie in jedem NaNo (nach meinem ersten) ist Aufgeben keine Option. Allem Stress zum Trotz.

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