Werkstatt

Schnipsel: Trash-Projekt

Aus Spaß. An der Freude. Und einfach nur so: Ich habe etwas Neues angefangen. Ob es je weiter wachsen und sogar ein Ende finden wird, wird die Zeit zeigen. Auf alle Fälle scheint es mir ein gutes Projekt für zwischendurch zu sein. Nicht allzu ernst nehmen, es ist trashig. ;) Und es hat keinen Plot.

Nr. 9

Da stand ich nun, knietief im Wasser, die Sonne verbrannte mir den Buckel und der fünf Kilo schwere Findling in meinen Armen presste mir das letzte bisschen Luft aus den Lungen. Im Grunde hatte ich es wie die Mafiosi machen wollen, zumindest so, wie man es immer in diesen Klischeefilmen sieht, mit einbetonierten Füßen und dann vom Steg ins Hafenbecken. Aber da wir weder einen Hafen hatten und ich schlecht mit betonierten Füßen vom Steg ins Wasser springen konnte, musste ich mich mit unserem Dorfteich und einem Findling zufrieden geben. So kämpfte ich mich Schritt für Schritt in tieferes Terrain als es in meiner Hosentasche vibrierte. Reflexartig schoss meine linke Hand in die Tasche und genauso reflexartig verabschiedete sich der Stein aus meinem Griff und fiel mir, ja genau, auf den linken Fuß. Naturgemäß heulte ich ob der Schmerzen auf und ging ans Handy:
„Was? Verdammte Scheiße.“
„Anna, ist alles in Ordnung?“ Isabella, aha.
„Wie. Ja. Was ist denn? Ich bin gerade beschäftigt.“ Verdammte Scheiße tut das weh.
„Äh, ich wollte nur fragen, ob du an den Kuchen für morgen gedacht hast, wegen dem Schulfest? Ich wollte gerade einen backen, aber nicht den gleichen wie die anderen.“ Gekicher. „Sophie und Janine machen Papageienkuchen. Tom wollte Quarkkuchen backen, aber der ist ihm ganz zerlaufen und –“
„Isa?“
„Ja?“
Ich seufzte. „Ich habe stinknormalen Rührkuchen, mit Schokostückchen.“
„Wunderbar, dann bis morgen!“ Klick und aufgelegt. Ja, wunderbar und bis morgen …
Kopfschüttelnd stopfte ich mein Handy zurück in die Hosentasche und versuchte meinen Fuß unter dem Stein hervor zu zerren, was mir aber nicht gelang, sodass ich die Luft anhielt, untertauchte und mich bemühte den Findling wieder hochzuheben. Und auch wenn mein Fuß nach einigen Anstrengungen frei war, den Stein bekam ich nicht mehr hoch. Wirklich wunderbar.

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