Werkstatt

Schnipsel: DIdT #1

Nun, ich wollte Jindric straffer zeichnen. Dass er allerdings ein Wut-Problem hat, ist mir neu. Wundert mich im Nachhinein aber nicht mehr wirklich. Auf alle Fälle besser als eine weinerliche Tussi. :)

Bitte sehr:

Versunken in Gedanken stieg er die Treppe empor und suchte sich seinen Weg durch das verschlungene Gangsystem der Kerker und Verließe, vorbei an Mördern, Schändern und gewöhnlichen Dieben. Sie alle wichen vor ihm zurück, zuckten oder starrten ihn unverhohlen mordlüstern an. Es kümmerte Jindric nicht mehr. Diese Elenden kannten nur eine gerechte Strafe: den Strick. Von ihnen hatte er nichts zu befürchten. Anders bei den restlichen Beratern des Königs. (…) Jindric blieb stehen, die eine Hand hinterm Rücken, die andere am Kinn und starrte in den Gang vor sich. Rechts und links von ihm erhoben sich Gitter und die Luft stank nach Fäkalien und vibrierte vor Stöhnen.
„Sieh an, der Zeitmeister. Ich hätte hier eine madenzerfressene Wunde, die du einfrieren könntest.“ Einer der Eingesperrten war hinter Jindric ans Gitter getreten, lachte röchelnd auf und spuckte ihn an. Jindric wandte den Kopf und musterte dieses Tier mit zerzausten Haaren und in verdreckten Klamotten. Es grinste blöde. Langsam wandte sich der Zeitmeister um, war mit zwei Schritten bei dem Gefangenen. Der spuckte ihm ins Gesicht und schien fast an seinem Lachen zu ersticken. Da hatte Jindric schon seine Hand an der schleimigen Kehle und drückte zu bis diesem Tier die Bläue ins Gesicht stieg. Ruckartig zog er es an sich heran, das sein Kopf gegen die Stäbe knallte und flüsterte ihm ins Ohr:
„Wie wäre es, wenn ich dein versifftes Blut gefrierte, dein verseuchtes Herz erstarren ließe?“ Ein Moment sah er in die geweiteten Augen, die ihn wahnsinnig vor Angst anstarrten. Dann löste er seinen Griff und setzte seinen Weg fort. Rachhir, dieser politische Aasgeier, war der schlimmste von allen königlichen Beratern. Wenn er ihn zuerst von sich überzeugen konnte, (…)

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