Empfehlungen

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Sneak Previews haben es so für sich, dass man oft Filme zu sehen bekommt, die man sich wohl nie bewusst ausgesucht hätte. Never let me go ist einer davon.
Tja, was soll ich sagen. Die Idee hinter der Geschichte – dass Menschen geklont werden, um dann aus den Klonen Organe entnehmen zu können – ist merkwürdig. Ich würde es unserer Gesellschaft aber dennoch irgendwann zutrauen … Mulligan, Knightley und Garfield spielen großartig, sodass nicht nur der Plot, sondern auch der ganze Film am Ende von den Charakteren lebt. Was mir besonders gefiel, war der Soundtrack. Er ist so leise berührend – wie der Film.

Ich denke, Never let me go ist ein Film, auf den man sich einlassen muss bevor man ihn genießen kann.

Empfehlungen

Normalerweise gebe ich nicht viel auf Literaturpreise, und schon gar nicht auf den Bachmannpreis – aber dann wollte ich es doch einmal wissen und griff, auch vom Cover verführt, zu. Und ich habe es nicht bereut.
Großvater wünscht sich zu seinem Geburtstag eine China-Reise. Von den Geschwistern auserkoren, soll Keith ihn dabei begleiten. Allerdings weigert Keith sich, Großvater macht sich allein auf die Socken und Keith verprasst das Urlaubsgeld, das alle gesammelt hatten. Doch dann, oh weh, meldet sich eine Frau aus dem Westerwald bei ihm, sein Großvater sei tot. Um nun den Geschwistern nicht gestehen zu müssen, dass sie gar nicht nach China gefahren sind, verbarrikadiert sich Keith in seinem Gartenhaus und schreibt dort Postkarten mit abenteuerlichen China-Geschichten unter seinem Schreibtisch.

Was mich überraschte, war Tillmanns Stil. Auf der einen Seite fordert er den Leser mit unzählig aneinander gereihten Sätzen heraus – auf der anderen Seite hält sich sein Vokabular in Grenzen, wenn nicht gar einfach. Aber mir scheint, das hat Methode, denn schon nach den ersten paar Seiten tritt die Sprache in den Hintergrund und Keiths Ringen um eine Beziehung zu seinem Großvater wie er sie gern gehabt hätte tritt hervor. Einerseits ist es traurig, auf der anderen Seite romantisch verklärt, wie Keith sich diese Wunschbeziehung mit jeder Postkarte erarbeitet und weiter ausschmückt. Das geht letztlich soweit, dass er seinem Großvater eine Beziehung mit einer gut proportionierten chinesischen Gewichtheberin zu dessen Jugendzeit andichtet – und die letztlich als Grund erhalten muss, warum der Großvater sich die China-Reise gewünscht hatte. Gerade zum Ende hin nimmt diese Liebesgeschichte über Zeit und Realität hinweg Züge an, die mich stark an Big Fish von Tim Burton erinnern.

Letztlich ist Der Kaiser von China vielleicht eine Geschichte für zwischendurch, so umfangreich ist sie dann doch nicht, aber wohl keine Geschichte für jedermann.