Schreibratgeber

Writing Into The Dark von Dean Wesley Smith

Für alle, die entweder nicht planen wollen oder den NaNoWriMo so angehen möchten wie er gedacht ist, nämlich mit einer frischen Geschichte ohne Planung, könnte Dean Wesleys Smiths Arbeitsweise aus Writing Into The Dark hilfreich sein. Zumindest ist es eine, die einen extrem hohen Output ermöglicht, und das ist doch etwas, das für den NaNo sehr hilfreich sein kann.

Smiths Grundgedanke ist dabei schnell erklärt: Recherche werden gemacht, wenn sie anfallen, und Überarbeitungen sind keine Extradurchgänge, wenn man das Werk fertig gestellt hat, sondern werden immer wieder in den Schreibprozess eingebaut. Er nennt es Cycling, andere kennen es vielleicht als Looping: Man liest sich immer wieder bereits Geschriebenes durch, ändert, was zu ändern geht, und schreibt dann weiter. Bevor man wieder an einen Punkt gerät, an dem man stoppen muss, um dann wieder zurück zu gehen und das eben Geschriebene zu lesen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das anfangs zwar so erscheint als wäre man langsamer, einem aber im Nachhinein viel an Überarbeitung sparen kann. Ich mach das ganz gerne, wenn ich nicht weiter weiß, oder wenn ich das Gefühl habe, dass der Rhythmus nicht stimmt. Andererseits habe ich die Freiheit, große Veränderungen im (groben, wirklich sehr groben) Plot gleich anzupassen und zu sehen, ob es wirklich so funktioniert wie ich es mir dachte – und solche Sachen nicht erst im Nachhinein umständlich einarbeiten zu müssen, falls es sich doch nicht so flüssig einfügt wie gehofft.
Davon abgesehen behandelt er auch Themen wie den inneren Kritiker, reißt kurz Heinleins Business Rules für Schriftsteller an, gibt Tipps wie man mit der Unsicherheit nicht zu wissen, was man als nächstes schreiben soll, am besten umgeht oder wie man über das erste Drittel eines Manuskripts hinaus kommt. (Gerade das ist ein Punkt, in dem ich mich sehr wiedergefunden habe.) Dabei benutzt er eine Sprache und einen Humor, den ich passend und unterhaltsam finde, auf andere aber vielleicht einen abgeklärten und harten Eindruck machen kann. (Andererseits hat er laut Goodreads über 300 Werke geschrieben ….) Nicht zu vergessen ist auch, dass er trotz allem nicht den Anspruch erhebt, dass seine Methode die allein glücklich machende ist.
Wer also kurz und knackig alle wesentlichen Probleme behandelt wissen will, die im NaNo auf einen zukommen könnten, findet hier einen meiner Meinung nach guten Ratgeber.

 

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