Schreibratgeber

No Plot? No Problem! von Chris Baty

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Ratgeber wirklich vorstellen soll, weil meine Ausgabe nun doch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat (namentlich sechs) und es mittlerweile eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe von 2014 gibt – aber NaNo ohne No Plot? No Problem! ist kein NaNo. Nicht nur, weil es, sozusagen, der NaNo-Guide ist, da direkt vom Gründer Chris Baty geschrieben, jedes Jahr zur gleichen Zeit ziehe ich das Büchlein auch hervor, blättere darin, stimme mich auf den NaNo ein und nehme mir immer wieder vor, in diesem Jahr die Texte zu den Wochen drei und vier zu lesen. (Aber vor allem auch das I-wrote-a-novel-Now-what-Kapitel.)

No Plot? No Problem! ist so ein kleiner Feelgood-Guide, ein Begleiter während des Novembers, und nicht wie man vom Titel her vermuten könnte der heilige Gral der Plottheorien. In einer launigen und entspannten Art führt Baty uns kurz durch die Geschichte des NaNoWriMos, gibt Tipps an die Hand wie man seine Figuren und eine grobe Handlungsidee zur Not noch am 31. Oktober aus dem Ärmel schüttelt, und lässt auch sonst motivierende Worte da. Schön finde ich, dass er nicht nur auf das Schreiben eingeht sondern ebenso auf das Set-Up drumherum (Arbeitsplatz, Familie, Essen, etc.), um den Monat so gut wie möglich zu überstehen. Das alles findet sich im ersten Teil des Buches.
Beim zweiten Teil empfiehlt er, die folgenden Kapitel erst mit den kommenden Wochen zu lesen. Nach reichlich Erfahrung kann ich sagen, dass das in der Regel auch hinhaut. Wer nicht gerade 50k Wörter in fünf Tagen schreiben will (#50K5Days; well, maybe next year) dürfte in den vier Wochen die Achterbahnfahrt durchmachen, die der zweite Teil versucht aufzufangen. Auch wenn ich manchmal das „Problem“ hatte, dass ich ewig nicht aus dem Week 2 Blues rausgekommen bin und dann alles kurz vor knapp rauskloppen musste. Aber dann habe ich so manche Übung und so manchen Tipp wie sich Woche 2 überstehen lässt, eben mehrmals gemacht. Oder ich bin gleich zu Woche drei gesprungen, in der Hoffnung, dass eine Vorschau auf die dortigen „Problemlösungen“ und auf die motivierenden Worte der kommenden Phase mir helfen würden, schnell aus meinem Loch zu kommen. Manche Jahre hat es geklappt, andere nicht und in wieder anderen habe ich kaum in den zweiten Teil geschaut. Dennoch war es immer sehr beruhigend, zu wissen, dass ich es jederzeit könnte.
Zusammengefasst kann ich No Plot? No Problem! jedem Naniten ans Herz legen, besonders den ganz frischen; allerdings mit dem Hinweis, es als Stütze und Notfallhilfe zu verstehen und nicht als regulären Ratgeber. Dafür ist es doch viel zu fokussiert auf den NaNo – und dafür richtig gut.

 

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