Werkstatt

Du oder ich? – Für wen schreibst du?

Nachdem ihr euch nun sicher seid, dass ihr überhaupt schreiben wollt, euch eurer Angst vorm leeren Blatt gestellt und sogar ein armes, wehrloses ermordet habt – Wohin nun mit dem Geschriebenen?

Schreiben ohne Sinn und ohne Publikum bringt nicht viel.

Ja, ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass dieses Geschriebene schlecht ist.
Auch der Wert von Kunst wird teilweise an Hand deren Nachfrage bestimmt. Nur wenn es keine Nachfrage gibt, dann ist diese Position in der Wertgleichung null und somit sinkt der Wert. Wenn dann noch Kreativität und Handwerk fehlen …

Also sorgt dafür, dass Nachfrage nach eurem Geschriebenen existieren kann und sucht euch erst einmal ein „Entwicklungs-Publikum“. Welches, ist mir dabei egal – ihr müsst entscheiden.

Dabei gibt es wohl für jeden das Passende.

    Das Kleinste von ihnen ist wohl der Schreiberling selbst. Zumeist sind es Menschen, die erst angefangen haben zu schreiben oder nur ihre eigenen Träume schriftlich festhalten wollen oder sich auch nicht trauen anderen davon zu erzählen. (Dank des Internets dürfte letztere Gruppe nicht groß sein. Sobald sie die augenscheinliche Anonymität des weltweiten Netzes erkennen, kommen sie aus ihrem Kokon.)
    Diese Menschen wollen einfach für sich schreiben und da sie deshalb auch keine großen Ziele verfolgen, ist nichts gegen diese Haltung zu sagen. Wie und wie stark sich diese Schreiberlinge entwickeln kann nicht gesagt werden – eben weil niemand anderer als sie selbst ihre Werke kennt.
    Die nächste Form eines Publikums stellen wohl Verwandte und/ oder Freunde dar. Zumeist sind es Stille-Kämmerlein-Schreiber, die aus ihrem Kämmerlein heraus schauen, um bewusst Fortschritte zu machen. Ein gutes Vorhaben; nur wird dabei selten die gewünschte Wirkung erzielt. Vorderrangig Verwandte, aber eben auch Freunde, haben die merkwürdige Eigenschaft ihre Kritik zum vermeintlichen Wohle der sozialen Beziehung zum Schreiberling abzuschwächen. Das geht sogar so weit nur zu sagen, ob es einem gefällt oder nicht – was dem Schreiberling zwar schmeichelt oder enttäuscht, ihm aber nicht weiter hilft.
    Besser ist da schon ein Publikum aus Menschen, die man nicht persönlich kennt – am Besten sind jedoch unbekannte, andere Schreiberlinge. Die findet man zuweilen im Internet zu Hauf oder in Form von Vereinigungen. Wer sich weiter entwickeln will, findet hier Kompetenz; mal mehr, mal weniger.

Natürlich gibt es noch weitere Einteilung eines Publikums wie nach Alter, Geschlecht oder Berufsstand. Das sind jedoch Einteilung, die für den Schreiber-Neuling erst einmal eine untergeordnete Rolle spielen, weil diese Auswirkungen auf Genre und Plot der Geschichte ausüben – und weniger auf den Schreiberling und seinem Willen zur Weiterentwicklung.

Für wen schreibst du also, um dich weiter zu entwickeln?

 

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