Werkstatt

Schreiben – ganz sicher?

Ein Stift, ein Blatt und los – oder wie?

Ganz genau. Was das Schreiben als Vorgang anbelangt, so bedarf es nur je einem Medium: eins, das Spuren hinterlässt und eins, das diese Spuren aufnimmt. Kohle auf Leinwand, Blut auf Fels, Nadeln im Kissen …

Kreatives Schreiben ist jedoch mehr.

Beim kreativen Schreiben bedarf es nicht nur der Fähigkeit Buchstaben zu malen und zu sinnvollen Konstrukten zusammen zu setzen; es bedarf auch Erfahrung/ Wissen, Fantasie, Einfühlungsvermögen, Improvisationon – und nicht zuletzt einem Ego, das sich auch einmal anderen Willen beugt. Was gemeint ist, im Kurzen erklärt:

  • Erfahrung/ Wissen
  • Wie sieht eine Kuh aus? Was ist ein Mineral? Wie fühlt sich Schmerz an?

    Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Jeder, dessen Wissen nicht über das eines Viertklässlers hinaus geht, geht unter. Wissen ist auch unerlässlich, um das große Ganze in unserer Welt zu begreifen. Die Globalisierung geht weiter und sich vor ihr zu verschließen heißt, sich vor dem Leben zu verschließen.

    Aber was hat das mit dem Schreiben zu tun?

    Wissen und Erfahrungen sind wichtig, um reale Dinge auch annähernd real darstellen zu können. Andererseits sind sie auch wichtig, um erfundene Dinge als real möglich erscheinen zu lassen.
    Nicht zuletzt bezieht sich das Wissen auch auf die Kenntnis der Schreibregeln (der entsprechenden Sprache, die man verwendet), Bewusstsein um der nationalen wie internationalen Literatur und was es sonst noch alles zur Umwelt des Schreibens zu wissen gibt. (Das jetzt aufzuführen, würde den Rahmen komplett sprengen. Ich muss mich jetzt schon arg „kurz“ halten.)
    Erfahrung bezieht sich hingegen auch auf das eigene Erleben der Literatur (vornehmlich das Lesen und analysieren fremder Texte).

  • Fantasie, Einfühlungsvermögen, Improvisation
  • Fantasie bezeichnet vorrangig die Fähigkeit einen kreativen und produktiven Geist zu besitzen und auch benutzen zu können. (Kreativität selber bezeichnet die Fähigkeit schöpferisch denken und handeln zu können.) Dies ist wichtig, um Erfahrungen mit Wissen verbinden und es zudem auch auf unbekannte Gegenstände/ Prozesse anwenden zu können.

    Einfühlungsvermögen ist insofern wichtig, als dass der Schreiber sich in seine Figuren hineinversetzen kann, um sie glaubhaft darstellen zu können. Letztlich soll auch der Leser sich mit den Figuren (teilweise) identifizieren können/ einen Zugang zu ihnen haben, um mit ihnen mitfühlen zu können.
    (Dass er mitfühlt, führt zu Interesse an den Figuren und am Verlauf der Geschichte; das wiederum führt (wünschenswerter Weise) zu dem Drang weiter zu lesen – und das bedeutet schlussendlich, dass der Schreiber das erreicht hat, was er wollte: Die Chance zu bekommen, den Leser unterhalten zu können.)

    Improvisation bedeutet, dass man mit unerwarteten Wendungen und auftauchenden Problemen innerhalb seiner Geschichte auch umgehen können muss und bewusst einen Plot verlassen kann, um dann doch wieder zu ihm zurück zu finden. Es ist auch nützlich, um nicht reale Dinge real erscheinen zu lassen. Mit Wissen alleine kommt man dort auch nicht weiter.

  • Ego
  • Zwar ist jeder Mensch unantastbar in seiner Würde, trotzdem irrt sich einjeder früher oder später. Das eigene Ego muss sich dessen bewusst sein – und somit auch kritikfähig sein und berechtigte Kritik auch umsetzen können. Besonders dann, wenn der Mensch, zu dem dieses Ego gehört, nicht nur für sich sondern auch für andere schreibt. (Weitere Ausführungen zum Biegen und Brechen später.)

    Aber keine Angst, man muss nicht alles können.

    Zumindest nicht sofort.
    Ein Schreiber braucht diese Dinge (und noch einige kleine Sachen mehr), um zur Perfektion zu gelangen. Einen perfekten Schreiber habe ich aber auch noch nicht gesehen. Wenn, dann kann nur ein Werk perfekt sein. (Letztlich ist es aber sehr subjektiv, ob eines als perfekt erachtet wird. Nicht zuletzt der Interessen des Urteilenden wegen.)

    Bereitschaft zu lernen und der Mut zur Veränderung sind Mindestvoraussetzungen. Genauso wie der Wille (hart) zu arbeiten und die Ausdauer, dies durchzuhalten. Zeit ist auch kein unwesentlicher Faktor. (Will man längere Texte auf einmal schreiben. Ansonsten hat jeder mindestens einmal die Woche dreißig Minuten, die er dafür „aufopfern“ kann.)

    Aber das Wichtigste ist immer noch: SPAß.

    Spaß muss der Mensch haben, um sich solchen wahnwitzigen Bedingungen zu unterwerfen und dies auch noch freiwillig.

    Also, don’t worry. Sollte ich jetzt jemandem Angst gemacht haben – sorgt euch nicht. Wie gesagt: Spaß müsst ihr haben und wenn ihr dann bereit seid an euch zu arbeiten, dann kriegt ihr den Rest auch ganz leicht hin. Vertraut mir.

     

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